Europäische Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft e.V.
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Trotz Abgasdebatte weiter positiv

Der EFA-Index hat sich mit der aktuellen Ausgabe im Frühjahr 2018 zum verlässlichsten Planungsinstrument der Branche gemausert. Die Europäische Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft und „Kachelofen & Kamin“ haben erneut erhoben, was die Branche bewegt. Abgefragt werden Indikatoren aus den Bereichen Markt, Entwicklung und Regulierung, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Der Branchenindex wird nun bereits seit über einem Jahr aufgezeichnet, somit ist eine Entwicklung über einen längeren Zeitraum dokumentierbar.
Die EFA bedankt sich an dieser Stelle für die Antworten, die per Fax oder über das Befragungsportal im Internet übermittelt wurden. Dieses Projekt lebt weiterhin von Ihrer Mithilfe.

Der Fragebogen wurde nach sozialwissenschaftlichen Kriterien entwickelt, die Antworten statistisch Trotz Abgasdebatte weiter positiv Der EFA-Index im Frühjahr 2018 ausgewertet. Der EFA-Index, der sich aus den Mittelwerten der Antworten zu insgesamt 16 Fragen zu den Bereichen Marktlage, Nachfrage, Preisniveau und Wettbewerbssituation zusammensetzt, liegt aktuell bei 2,354. Das bedeutet, dass die Branche neutral gestimmt ist – mit einer leicht positiven Tendenz. Auf der Index-Skala kann der Wert zwischen 1 (schlechte Stimmung) und 3 (Höchststimmung) liegen. Liegt der EFA-Index über 2, dann ist der Markt positiv gestimmt.

Verglichen mit dem Herbstwert von 2,477 zeigt sich eine leichte Verschlechterung. EFA-Vorstandmitglied Friedrich Allendorff, Branchenexperte und Diplom-Soziologie, sieht die Gründe besonders in der Dieseldiskussion, die noch immer auf die Branche abfärbt: „Das zeigte sich bereits bei der letzten Erhebung und wird jetzt noch deutlicher. Die Branche hat es vor allem mit verunsicherten Endkunden zu tun, die im Zweifel eben keine  Kaufentscheidung für eine Feuerstätte treffen. Davon sind natürlich nicht nur  Feuerstättenhersteller, sondern auch die riesige Zulieferindustrie betroffen, die dahintersteckt“. Eines ist Allendorff aber wichtig: „Die Branche ist trotz dieser Schwankung insgesamt positiv gestimmt.“

Sehr rege wurde bei der aktuellen Ausgabe des Index‘ die Möglichkeit wahrgenommen, sich an den offenen Fragen zu beteiligen. Dabei hatten die Befragten die Möglichkeit, generell Ansprüche an die europäische Verbandsarbeit zu stellen. Allendorff: „Die Branchenbefragten erwarten immer weniger Endkundenkommunikation von einem Verband, sondern klassische Lobbyarbeit.“ So wünschen sich einige der Befragten, einen Gegenpol zur Umwelt- und Ökostromlobby herzustellen. Denn gerade diese sehr finanzstarken Branchen können mit einer konzentrierten Verbandsarbeit Politik wie Gesellschaft stark beeinflussen. Diese Hausaufgaben packe der Verband laut Allendorff gerade schon an. Dr. Johannes R. Gerstner, Strategieberater für die EFA, sieht den erfolgversprechendsten Weg in einer offenen und konstruktiven Kommunikationslinie: „Wir wollen als EFA in Zukunft mehr Hilfestellung für Politik und Gesellschaft geben, um die Feinstaubproblematik realistisch und vor allem unvoreingenommen zu diskutieren. Und wir wollen mit allen Akteuren sprechen, auch mit Umweltschutzorganisationen – das unterscheidet uns wirklich von anderen Akteuren in unserem Bereich.“

Schaut man sich die Ergebnisse detaillierter an, zeigt sich, dass die Befragten in einzelnen Fällen sogar noch positiver antworteten als in der vergangenen Ausgabe. Fast 90 % beurteilen die wirtschaftliche Situation als befriedigend oder gut, das liegt auf dem Niveau der letzten Erhebung. Ebenfalls auf dem Vorjahresniveau liegt das Preisniveau mit über 90 %. Etwas schlechter als in der vergangenen Auflage wird die Nachfrage eingeschätzt. Nun meinen fast 30 Prozent, dass die Nachfrage gesunken ist (Herbst 2017: 14 %).
Der Eindruck eines schärferen Wettbewerbs macht sich in der Branche breit. Über 45 % meinen, einen Anstieg verspürt zu haben (Herbst 2017: 42 %). Traditionell fragen wir auch nach der Attraktivität der Branche. Der Anteil derer, die mit ihrer Branche unzufrieden sind, ist von einem Niveau von 14 % auf fast 23 % gestiegen.
Allerdings sind noch knapp unter der Hälfte aller Befragten mit ihrer Branche zufrieden.

Mit der Erhebung von weiteren Werten können wir ab sofort eine Entwicklung über die Halbjahre nachvollziehen. Natürlich nur, wenn Sie mitmachen und ein realistisches Bild abliefern. Alle Daten werden natürlich absolut anonym und vertraulich behandelt. Fragen zu Einzelbereichen wie Markteinschätzungen, Geschäfts- oder Auftragslage werden gerne beantwortet unter: friedrich.allendorff@efa-europe.com.

Drei Fragen an Friedrich Allendorff (Vorstandsmitglied der EFA und Ansprechpartner für den EFA-Index)
Der Index ist gesunken, macht sich schlechte Stimmung in der Branche breit?
Nein, auf keinen Fall! Der leichte Rückgang ist keine grundsätzliche Tendenz, sondern eine vorhersehbare Schwankung. Im Gegenteil: Mich überrascht, dass wir keinen geringeren Wert haben, ich hatte ehrlicherweise mit einem Index unter 2,1 gerechnet. Der Grund ist natürlich die Feinstaubdiskussion, die alle emmissionsrelevanten Branchen mehr oder weniger getroffen hat.
Was sagt der dann an sich gute Wert über die Branche aus?
Feuerstätten- und Kaminhersteller, die ganze dazugehörige Industrie ist keine angstgetriebene Branche. Personen in unserem Bereich können mit Herausforderungen umgehen und sehen positiv in die Zukunft. Dabei wollen wir sie als europäischer Verband unterstützen. Wir sprechen mit allen relevanten Akteuren, nicht nur denen, die unserer Meinung sind. Im Gegensatz zu anderen denken wir nicht, dass einen ein gemeinsamer Feind stärkt, sondern wir wollen neue Freunde finden.
Was bedeutet „Freunde finden“?
Seit kurzem haben wir qua Satzungsänderung festgelegt, dass wir uns mit anderen Verbänden assoziieren können. Wir wollen so Bündnisse schließen, die uns als Branche insgesamt und nicht nur als Verband weiterbringen.
Das Angebot an andere Verbände und Interessensgruppen steht – denn wir sehen den Erfolg von Verbandsarbeit nicht darin, den Verband zu stärken, sondern die gesamte Branche.


Friedrich Allendorff

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